12.07. - 13.07. Ucluelet (Vancouver Island)


Tag 14 und 15

Unsere heutige Strecke
Halfmoon Bay - Earls Cove - Saltery Bay - Powel River - Comox - Ucluelet



Heute bewältigen wir 2 Fährstrecken. Zum Glück hat mein guter Fährtenleser, Schnüffelhund und Gefahrenriecher, bester Ehemann der Welt gewittert, dass die Fährverbindungen nicht für Touris gestrickt sind. Wohlweislich informiert er sich im Internet und in Hotelhinweisen. Uppppps, da müssen wir wohl sehr früh aufstehen, 6:30 Uhr klingelt der Wecker, das ist echt zu früh für mich. Zum Glück gibt es keine Waffeln mit Ei...

Die Anfahrt zur Fähre in Earls Cove kennt unser Leihwagen ja schon im Schlaf. Über den Preis haben wir uns auch schon schlau gemacht, ja, bestätige ich als treusorgende Ehefrau, ich habe gelesen wir können mit VISA bezahlen (wir haben nämlich kein Bares mehr), mein Gatte zweifelt bis zum Schluss. Brav stellen wir uns hinten in der Schlange an, das Prozedere kennen wir ja schon. Nur dass hier kein Häuschen zum Abkassieren steht, nun gut dann kommt eine auf der Fähre zum Kassieren.

Auf der Überfahrt klärt uns ein Herr freiwillig darüber auf, dass es in dieser Bucht die wohl größte Thunfischpopulation der letzten 20 Jahre gibt, na, das ist doch mal ne gute Nachricht, wo doch überall auf der Welt immer nur alles todgeht und ausstirbt.


"Hm, Schatzi, es hat gar keiner Abkassiert", "beruhig dich, dann kommt das Häuschen an Land beim Rausfahren, immerhin wollen die 90,- Dollar von uns haben, die holen sie sich schon, wenn sie sie brauchen". Aha!

Ihr Lieben Canadier, wir wollten euch unser Geld geben, ihr wolltet es einfach nicht!
Wir sind Verbrecher, man hält uns an der Grenze an oder zwingt und aus dem Flieger zu springen.

Noch waren wir optimistisch, "Na ganz logisch, die kassieren mit der nächsten Fähre gemeinsam ab. hier gibts ja keinen anderen Weg zum Abhauen". Aber was soll ich sagen auch in Powel River wollten sie das Geld nicht nachgezahlt haben, 87,- Dollar sagt der nette Mann im Häuschen, nun gut, dann nicht... Es scheiter natürlich am fehlenden Wortschatz weswegen wir nicht nachgefragt haben, der Gute hätte uns eh nicht verstanden.





Statt dessen in unserer Nähe: mit uns warten in einer Reihe wunderschon rausgeputzte Oldtimer, Einer schöner als der Andere, hm welchen nehmen wir denn? Auch Andere überlegen das schon, denn diese Wagen fallen auf.








Auf der Fähre raffte es Zweie dahin, nun geht nichts mehr, zu früh war das Aufstehen.


Wasser - Himmel - Wolken wohin das Auge blickt, übrigens Danke Chef, du Höchster, für das schöne Wetter, wir hatten bislang nur azurblauen Himmel mit weißen Wattewolken und netteste Temperaturen, das musste ja mal gesagt werden, wenn Engel reisen...




Die Herrschaften in den Wagen waren natürlich älterer Generation, zum Sterben zu Jung, zum Arbeiten zu Alt, zum Reisen Topfit... (ja, Mama, genau so geht das, oder?)

Mir persönlich haben es aber die röhrenden Vertreter der Car-Industrie angetan, ich kann jetzt meinen Freund und ehemaligen Geschäftspartner Sascha so gut verstehen, der immer so ein Tierchen fährt, hier ist das nichts Besonderes, in Kleinburgwedel fiel er auf wie ein bunter Hund.
Und nun begleitet mich einfach noch ein bisschen auf unserem Weg nach Ucluelet.

Eine Landschaft zu niederknien, Wälder grün wie auf Gemälden, Farne und Moos, grüne Teiche und Seen (und ich meine Grün, so richtig grünes Grün).

 
Berge, ich vergesse ja die Berge, von Anbeginn der Zeit stehen sie schon da, behauptet mit ewigem Eis und Schnee (jedenfalls, wenn wir für das "ewig" sorgen).










Bäume, die schon weit vor uns hingestreckt wurden von Wind, Wetter, Erderosion und ausgewaschenem Erdreich (den Mann habe ich extra fotografiert, so sieht man wie groß der Stamm ist).






Und erreichen mit euch gemeinsam in den späten Abendstunden Ucluelet. Mit Spannung sehnen wir eine tolle Unterkunft herbei.


Die Zufahrt sieht schon mal ganz vielversprechend aus.

 
Auch die Rezeption und die sichtbaren Holzhäuser sind adrett vom Stil, nach schau'n wa mal.


Der Blick vor unserem Haus auf den See lässt sich gerade so aushalten, nehmen wir, heißt das.




Hier parkt unser Mietwagen, nix da mit 24 Dollar die Nacht, wir versprechen ihm später noch gute Nacht zu sagen und dass heute Nacht keine Bären an ihm knabbern. Die haben wir schließlich schon auf der Liste und brauchen sie nicht mehr.






Das ist der Blick aus unserem Wohnzimmerfenster. Und dahnten wohnt unser Nachbar, er bleibt über Nacht und ankert.



Dieser Herr sitzt vor unserem Balkon und kolkt laut vor sich hin, klingt wie ein Eichhörnchen auf Speed.





Nach langem ergötzendem Blick in unsere Zimmer und aus unseren Zimmern herraus nehmen wir euch noch kurz mit zum Einkaufen. 


Die Kirche, eine von vielen, wie überall in Canada.

Auch die klassichen Holzhäuser sind nett anzusehen.

Es geht aber auch noch größer und netter.


Beim Rumgurken entdecken wir dieses Schuld und fühlen uns den Naturgewalten ziemlich ausgeliefert. Fühlen wir uns jetzt sicherer, wo wir wissen wohin wir flüchten müssen, wenn?


Am Hafen halten wir schon mal nach Listen-Nachfolgern ausschau. Möve gilt auch, oder?
Und davon gibts hier jede Menge.



Voller Elan bucht mein Mann schon mal eine Whalewatching-Tour für den morgigen Samstag und zwar bei Jamie's.

Er will verständlicherweise nicht mehr länger warten, wer weiß wie Morgen das Wetter wird, wer weiß ob die Preise in Victoria und Vancouver nicht teurer sind? Recht hat er, wer weiß, ob wir morgen noch leben, auf geht's.




13.07.2013


Da der vorangegangene Tag mit freudiger Erwartung endet, beginnt der Tag vielversprechend nach einer herrlichen durchgeschlafenen Nachtruhe in absoluter Stille. Ich betrete mit einem glücklichen Lächeln den Wohnraum. Mein "Guten Morgen" wird nicht erwidert, der Kühlschrank hat einen Rythmus von 30 Minuten in dem er das Bestreben an den Tag legt die Belugawal-Teile im Kühlfach kalt zu halten. Mein Mann ist "zerknittert". Jetzt aber schnell Frühstück machen, haltet sie satt und glücklich...

Aber die Tierwelt, die Tierwelt hat heute Nacht gut geschlafen und ist früh und vor Allem zahlreich auf den Füßen, äh Hufen, Stelzen.
Genießt mit mir den Blick aus dem Wohnzimmerfenster.


Freund Reiher ist hellwach, aber auch die Nachbarin ist schon unterwegs, während ich mucksmäuschenstill auf der Veranda ausharren in der Hoffnung auf "DEN" guten Schuss, trampelt lautstark eine Kleinfamilie auf dem Holzsteg heran. Na, prima, danke auch, gleich ist es weg das scheue Reh. Aber Pustekuchen, knapp 2 Meter von dem Reh entfernt stellt sich auch der Krach der Kleinfamilie ein, als sie das Tier entdecken, dieses hat echt die Ruhe weg.

Gemütlich schlendert es über die Rasenfläche und lässt sich auch von den entzückten Rufen der Familie nicht abschrecken an den Gräsern zu naschen.

Hier tickt die Natur anders, Leute, immer anders als man denkt, das werden wir heute noch mehrfach erkennen.






OK, Leute es war einfach zu nah dran und die Gelegenheit soooo günstig und es war doch soooooo süß.

Aber weiter im Text unsere Tierliste wartet noch auf weitere "Abschüsse", ich erinnere an die 95% Walwarscheinlichkeit, die der gute Mann bei Jamie's vorraussagte. Wehe ich sehe keinen.

 
 
Och, jetzt wird es fast schon lästig, aber nun gut steige ich noch mal aus dem Auto um die kleine Familie zu fotografieren, mein Mann räumt mir freundlicherweise 2 Minuten Zeit ein, obwohl wir spät dran sind, schließlich fährt der Wal-Dampfer auch ohne uns, echt die bringen das!


Der riesige Seestern (auf dem Grund des Hafens, hat sicherlich 30-35 cm Durchmesser, "oh Mama du übertreibst", stimmt ja, er hatte 40-50 cm) kommt uns gerade recht, steht gar nicht drauf, aber jetzt... Häkchen.

 
Und das ist unser Schiff, sieht sicher aus.



Lacht die etwa über uns? Ich glaube die ist nur scharf auf unsere Brötchen.



Die Beiden überfliegen uns in sicherer, aber auch keider weiter, Entfernung. Termische Aufwinde lassen sie um sich selber kleiseln, sieht toll aus und fast ohne Flügelschlag geradezu majestätisch - Weißkopfadler.




Und der "fliegt" auch an uns vorbei. Hui, das macht Spaß, hinten drauf meistens mehrere zünftig gekleidete Herren der Schöpfung, bereit zum Erlegen von Wild, eher nicht mein Fall.
Sorry, aber warum müsst ihr töten, was ich für meine "Schüsse" für meine "Liste" brauche?

 
Dann geht es rasend schnell, kaum sind wir raus aus der Bucht, da weist uns unser Kapitän auf die kleinen weißen Nebel hin, die aus dem Wasser aufsteigen. Ein gutes Erkennungsmerkmal, dass hier gleich ein Wal aufsteigt, um nach Luft zu schnappen.
Vorher pustet er sein Luftloch frei von Wasser und dann...

Äh, der Wal ist der "Felsen" unten mit der Fontaine.

 





Ich kann euch jetzt die 484 Bilder von vermeintlichen Walen hochladen, hier nur die Treffer:

Und mir zur Ehre eine kleine Schwanzflossenserie, das sieht man nicht so oft, oder?









Die Fotos sind durch das Führerhäuschen des Kapitäns gemacht, danach hat er mich nach unten auf das Sonnendeck gescheucht, ich habe ihn vermutlich irre gemacht mit meinem Geklickere von der Serienauslösung. War ein Scherz, die Crew an Board hat sich echt alle Mühe gegeben, die Fahrt für uns zu einem echten Erlebnis zu machen.

Der Chef plauderte mit uns nett über Deutschland, ah, wir kommen aus Hannover, kannte er nicht, er kannte nur die Nordsee, klar ist doch gar nicht weit, für canadische Verhältnisse fährt man da auf 'nen Kaffee hoch.

Und dann gab es da noch die nette kleine Insel mit gefühlt Hundert Seelöwen, önkönk-honkhonk-öööönk!

Boh sind die laut, du buhlen ja auch um die Weibchen und die Auswahl ist groß... alter da kommt Neid auf!

Wir drehen bei und Edda kommt in Schußposition, zum Glück bin ich seetauglich und erstaunlich standsicher auf dem Kahn, geht ja immer irgendwie, wenn man was will.


 
 Ja, Mama und Papa, ich war vorsichtig! Und ich lebe noch.













An die Wale darf man nur 100 Meter heranfahren, sie werden von den Geräuschen der Schiffschrauben angezogen und sind von Natur aus neugierig, immer wieder kommt es zu Verletzungen und somit bleibt nur das gute 300er Tele und selbst das reicht manchmal nicht ganz.

Und weils so schön ist noch mal von der Seite, wen es langweilt, einfach weiter scrollen , Danke!







Das Foto soll ich eigentlich nicht bringen, Timon hat gesagt, die Leute denken sonst, wir waren an der Ostsee.













Mövenkolonien in Ucluelet, nur damit keine Verwechslung aufkommt.

 
 Ein verlassenes Adlernest, Mama unterwegs zum Lachse fangen.

Hat sich was, Essen fangen, sitzt auf 'nem Stein in der Sonne...

 
Und der Papa sitzt auf dem Baum und hält Wache...



...und dann ein "Tier" auf meiner Liste, das ich hier nie erwartet hätte, the "Elephant Rock"
ich hoffe ihr könnt ihn erkennen (rechts - sieht aus wie von Otto gemeißelt), genau wie das andere Suchbild, das Haus mit Baum", voll lustig!



Alles in Allem eine wundervolle Erfahrung, die wir als Familie nicht missen möchten.


Abschließend muss ich hinzufügen, dass Familie Barchfeld/Wilkening noch tapfer an Deck saß, als alle anderen Passagiere schon frierend unter Deck verschwunden waren, wie meine Mama so schön sagt: "Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung". 
Es war angekündigt mehr als kalt auf offener See, das hatten die Mädchen in Flip-Flops und Bikinitop wohl nicht für voll genommen. Sie versuchten so lange wie möglich auszuharren, irgend wann hatte die Putenpelle gesiegt.

Wir waren in dicke Jacken gehüllt und hatten Zwiebel-Look an, Shirt, Pulli, Jacke, Mütze, Käppi, Kaputze und haben alle 5-7 Wale gesehen, die uns auf dieser Fahrt begegnet sind.
 







Na, ja, und die Nummer 3 hält mal wieder die Kamera, aber ihr wisst ja wie sie aussieht!




Liebe Grüße in die Heimat
Good old Germanay - we see you soon!



Christian, Edda und Timon


Sa., 13.07.2013, 22.37 Uhr



Unser Hotel in Ucluelet (Vancouver Island)

1 Kommentar:

Andreas von Tanja und Andreas hat gesagt…

Eine Seefahrt die ist lustig eine ... Nur Sonne und blauer Himmel sowie jede Menge Meeresgetier, fesgehalten in wunderschönen Bildern lassen schon einen gewissen Neidfaktor zu. Diese Tour gefällt besonders auch wenn Nummer drei die Kamera halten muss. Wenn Ihr heim kommt könnt ihr sehen wie schön der Urlaub war! Weitermachen bitte!!